Boris Herrmann – das Gegenteil eines Segelhelden

  • von

Kiel- und Mastwalk sowie Bilder wie das obige aus dem Southern Ocean  zeigen Alex Thomson’s als harten Knochen, echten Seebären und furchtlosen Segelhelden. Seine Beliebtheit liegt nicht zuletzt auch daran, dass er lange an einem positiven Image arbeitete.

Als Gegenteil eines AlexThomson präsentiert sich leider unser Boris Herrmann.

Ich kenne keinen ernstzunehmenden Menschen, der sich in seinem Alter mit einem Teddy ablichten liesse. Ein Politiker, Banker, Ceo oder eine sonstige Führungspersönlichkeit würde ihren Job verlieren, wenn sie mit einem Teddy vor die Kameras träte.

Seine Schlagzeilen auf Segelreporter.com lauten:

„Warum er etwas langsamer segelt

„Ein paar Tränen verdrückt

„Ich bin froh, wenn ich wieder zuhause bin.“

„Am Morgen 40 Meilen verloren

Angst, dass etwas kaputt geht“

„Keine schönen Erlebnisse. Deshalb bin ich im Moment auch so stockend langsam unterwegs.

„Der Hamburger steht ständig auf dem Bremsedal, hat die Tragflächen teilweise eingefahren“

„Müde Augen, schleppende Stimme, langsame Bewegungen, Weihnachtspulli – über den ex Mitsegler Ryan Breymaier witzelt (“wäre mir zu schwer”).“

Ich sage dazu, dass es ok ist, wenn er Höhenangst hat und nach einer Reparatur am Mast tagelang in der Koje liegt. Aber warum muss er sich in diesem Zustand der Segelwelt präsentieren.

Es ist auch OK, dass ihn der Schiffbruch Kevin Escoffiers emotional so stark mitgenommen hat. Aber deshalb muss er sich doch nicht so angeschlagen präsentieren.

Wenn Boris ein ganzer Kerl wäre, dann würde er sein Schiff endlich einmal laufen lassen und wäre innerhalb weniger Tage auf einem sensationellen Rang 3.  Er würde zu einem Segelhelden aufsteigen und nicht nur sich sondern auch dem deutschen Segelsport einen grossen Dienst erweisen.

Leider werden wir vergeblich darauf warten. Schon in der Vergangenheit war Boris nicht voll motivert sondern mit seinen Gedanken oft woanders.  Auf einen deutschen  Segelhelden werden wir also noch etwas warten müssen. Lennart Burke hätte jedoch bsw. das Zeug dazu.

Ab 2:02 sehen wir Alex Thomson, wie er mit Vollgas durch den Southern Ocean düst.